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Bericht vom Rudi-Bode-Radmarathon

28. April 2005 - Um 7 Uhr habe ich die Startkarte geholt. Es waren zu dem Zeitpunkt vier Grad Celsius Temperatur. Bitter kalt, wenn man bedenkt, dass für Mittags bereits ca. 15 Grad Celsius vorausgesagt sind. Was soll man denn da anziehen?

Um 7:30 Uhr beim Start in Poppenbüttel habe ich Bert aus Neuschöningstedt kennen gelernt. Er hatte gleich eine gute Geschichte von seiner Teilnahme an der Tour Paris-Brest-Paris vorgetragen. Das macht Mut.

Vorgenommen hatte ich mir einfach mal gut durchzukommen. Dementsprechend habe ich mir einen 25er-Schnitt vorgestellt und eine Stunde Pause eingeplant. Also bis 17 Uhr wollte ich zurück sein und hatte entsprechend Respekt vor der Strecke.

Das Teilnehmerfeld war mit ca. 130 Startern insgesamt überschaubar. Somit hatte ich immer Angst, der Letzte zu sein. Deshalb bin ich erstmal mit der Gruppe mitgefahren - langsamer wird man ja eh von alleine. Der andere Aspekt war: Was soll ich langsamer fahren, als ich mich fühle?

Ich fühlte mich gut und mit leichten Beinen. Dementsprechend habe ich mich eingeordnet und bin mitgefahren.

Zuerst ging es schnell los, aber schon nach einigen Kilometern hat sich eine gute Reisegeschwindigkeit eingestellt. Eine Gruppenformierung war noch gar nicht möglich, weil einige zu viel Energie loswerden mussten.

Nach 44 Kilometern kam die erste Stempelstelle in der Feuerwache Oetjendorf. Der Stundenschnitt lag bisher knapp unter 30 km/h. In der großen Erwartung, was alles noch so kommt, wollten alle zügig weiter. Also hieß es: Toilette, Stempel holen, etwas trinken und eine Banane essen. Damit ich auf dem Weg bloß nicht verhungere.

Weiter ging es! Bisher lief es gut. Aber 44 Kilometer waren ja auch noch keine erwähnenswerte Distanz, mal gucken wie ich mich nach 82 Kilometern bei der zweiten Kontrolle oder nach 116 Kilometern bei der dritten so fühle?

Man fährt einfach irgendwie weiter und entweder wird man eingeholt oder arbeitet sich mit ein oder zwei Mitstreitern an die nächste Gruppe heran.

Mit der Zeit fahren dann 20 bis 40 Mann in 2er-Reihen bei 35 bis 40 km/h. Ich bin beeindruckt. Man rollt einfach mit. Da auszusteigen bedarf einigen Mutes, den habe ich aber nicht, deshalb weiter treten. Wer aussteigt kann seiner Gruppe bestimmt nicht mehr folgen.

Kontrolle zwei war nach 82 Kilometern in Sülfeld. Ich bin ein wenig in mich gegangen und habe geprüft wie ich mich den eigentlich so fühle. Ich wollte es zwar nicht so ganz glauben, aber mir ging es noch so gut wie nach 20 Kilometern. Wieso, dass weiß ich auch nicht.

Hier ging es ebenfalls im Schnelldurchlauf.

Wie eigentlich bei jedem noch kommende Stopp (das wusste ich zwar zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber ...) hatte ich immer Angst, bei der Weiterfahrt eine schlechte Gruppe zu erwischen. Wahrscheinlich war die Angst völlig unbegründet, aber so war es halt.

Bei der Kontrolle in Weede nach 116 Kilometern habe ich dann Sabine und Olaf getroffen.

Strahlend und voller Adrenalin bin ich denen entgegen gekommen, kurz haben wir uns ausgetauscht und schon wieder ging es weiter. Ich hatte ja noch 90 Kilometern vor mir. Nun war der Schnitt bereits knapp über 30 km/h. Ich weiß nicht wieso, aber es lief einfach.

Nach dieser Kontrolle haben die ersten schon Ermüdungen gezeigt. Klar, an mir ging die Strecke, der Wind und die Geschwindigkeit auch nun nicht mehr so spurlos vorbei. Aber nach 116 Kilometern war gar nicht daran zu denken schon schwächer werden zu wollen.

Die Mitstreiter sind alle gut drauf und unterstützen sich gegenseitig. Wir haben regelmäßig die Führung gewechselt und mitten im Feld kann man sich auch bei 35 bis 38 km/h relativ entspannen.

Zwischendurch konnte man noch Nudeln zum Mittag essen und dann mit vollem Magen weiter fahren. Ich weiß nicht, ob ich das so will. Lieber eine Schweinshaxe zum Abendbrot!

Die letzten 20 Kilometer waren für mich etwas schwer. Die wirklich guten Fahrerinnen und Fahrer haben bei der letzten Kontrolle in Sülfeld nur den Stempel geholt, etwas getrunken und sind weiter gefahren.

Ich musste mich hier schon erst mal drei Minuten beim Pinkeln ausruhen. Als ich dann meinen Stempel hatte, da habe ich die gerade beim wegfahren gesehen. Kurz habe ich gedacht: Gas geben? Nein, bloß nicht!!! Nun waren die auch schon weg.

Das Erlebnis war etwas schlecht für die Moral. Erst hatte ich Angst, nun alleine in Richtung Ziel fahren zu müssen, weil das Feld nun auch sehr klein und auseinander gezogen war.

Das Glück war mit mir und ich hatte direkt wieder jemanden gefunden der mich einfach mitgezogen hat und schon war ich im Ziel.

Wie auch immer - es hat hölle Spaß gemacht. Die reine Fahrzeit war 7:07 Stunden bei einem Schnitt von etwas über 30 km/h für 214 Kilometer. Angekommen bin ich um 15:15 Uhr.

Radmarathon ist ein wunderbares Erlebnis, dass ich nur jedem empfehlen kann. Es ist gar nicht so schlimm und derben Muskelkater habe ich auch nicht gehabt. Falls jemand Lust hat, gemeinsam so einen Marathon zu fahren - ich bin dabei. Es ist einfacher als man denkt.

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